Kiwi 1

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(Fotos sind in der Reihenfolge leider etwas durcheinander geraten…..)

Ciao zaeme

Endlich kommen wir wieder mal dazu, unsere Blogseite zu aktualisieren.

Seit wir auf der Suedhalbkugel sind, erleben wir eine Premiere nach der anderen. Bereits der Flug von Bangkok nach Sydney stellte fuer uns eine Premiere in mehrfacher Hinsicht dar: wir flogen zum ersten Mal mit einer Boing 747, es war unser bis anhin laengster Flug (9h, wird noch ueberboten werden), wir sind beide zum ersten Mal auf der Suedhalbkugel.

In Sydney – gefiel uns uebrigens sehr – verbrachten  wir vier Tage. Am gleichen Wochenende fand Mardy Gras statt, eine Homo-, Trans-, Inter- etc. sexuellen Parade.  Wir haben vom Event erst beim Einchecken erfahren; in der Rezeption des Backpacker-Hotels, das wir per Internet gebucht hatten, teilten sie uns zudem mit, dass ihnen ein Buchungsfehler unterlaufen sei, sie hatten kein Zimmer mehr frei – was uns, nachdem wir die Unterkuenfte gesehen hatten, offen gestanden sehr entegegen kam. Allerdings war es keine einfache Sache, ein anderes Hotel zu finden; wegen Mardy Gras war vieles ausgebucht, gleichzeitig kosteten die Zimmer etwa das Dreifache als sonst….wir haben fuer die vier Naechte in Sydney etwa so viel bezahlt wie in zwei Wochen in Vietnam. Nachdem wir uns jedoch vom Preisschock erholt hatten, beschlossen wir, die Parade nun auch zu besuchen, wenn wir schon ihretwegen so viel fuer die Unterkunft bezahlen mussten…..die Bilder dazu habt ihr ja bereits begutachten koennen:-))

Seit Anfang Maerz sind wir nun auf der Kiwiinsel, in Auckland haben wir einen Camper fuer drei Monate gemietet und zaehlen nun offiziell zu den ‘happy few’ der Campergemeinschaft (auch dies fuer uns beide eine neue Erfahrung).  Das Negative zuerst: viele hatten uns vor und waehrend der Reise mitgeteilt, dass man in Neuseeland ohne Probleme frei campieren kann, wir mussten allerdings sehr frueh feststellen, dass dies nicht (mehr) der Fall ist. In vielen Regionen ist ‘freedom camping’ entweder verboten oder streng reguliert, d.h. man kann nur in bestimmten, wenigen Plaetzen ‘frei’ uebernachten. Das Department of Conservation, verantwortlich fuer die Pflege und Kontrolle der Campingplaetze, haelt zudem regelmaessig Patrouillen ab, einer solchen sind wir mal in frueher Stunde begegnet, mussten aber die dafuer vorgesehene Strafe von 200 NZ-Dollar(!) zum Glueck nicht bezahlen:-))

Wandern, wandern und nochmals wandern….seit wir in Neuseeland sind, sind wir wohl etwa die Strecke von Basel nach Genf gewandert…Die gut ausgebauten Wanderwege bieten sich ja auch besonders an, die Landschaft zu Fuss zu entdecken. Unsere bisher spektakulaerste Wanderung hatten wir in der ersten Woche auf der Nordinsel, eine Tageswanderung (rund 20km, ca. 7-8h) durch den Tongariro Nationalpark mit dem besonderen Hoehepunkt (nebst vielen anderen), auf fast 2000m auf einem aktiven Vulkankrater zu wandern!! Uebrigens: Fans von Lord of the Rings werden den ‘Berg’ wieder erkennen, nennt sich im Film Mt Doom…..

Ueber die wunderschoenen, staendig abwechselnden Landschaften Neuseelands wollen wir nicht viele Worte verlieren und verweisen diesbezueglich auf die Fotos. Besondere Highlights nebst dem erwaehnten Tongariro-Nationalpark waren Golden Bay (kilometerlange Sandduenen); Central Otago, vor allem die Gegend um Queenstown (auf unserer bisherigen Tour mit Abstand die schoenste ‘Stadt’ auf der Kiwiinsel); Milford Sound, eigentlich ein Fjord, mit unzaehligen Wasserfaellen und atemberaubenden Bergspitzen aus Granitgestein; sowie Kaikoura, wo wir besondere Begegnungen mit Exemplaren aus der Meereswelt machten (s. Fotos)…

So sehr uns die Landschaft beeindruckt, so wenig gefallen uns hier bis auf wenige Ausnahmen die Staedte; wenig Charme, die meisten sehen sehr aehnlich aus, da nach gleichem Muster konzipiert, fuer unseren Geschmack zu sehr am angelsaechsischen Vorblid orientiert….Wenn wir jedoch einen fuer die Staedte wie auch fuer die Natur Neuseelands gemeinsamen Punkt benennen muessten, dann waere das sicherlich: ‘clean’. Man kommt nicht nur immer wieder ins Staunen ueber die sauberen, klaren Gewaesser,  sondern auch ueber die gepflegten Wanderwege, Strassen und oeffentlichen Plaetze etc. Hier werden die oeffentlichen, wie Restaurant/Pub-Toiletten sauberer gehalten als manch ein Tempel in Indien (sicherlich ist einigen von euch letzteres sympathischer…). Diese ‘cleanliness’ trifft man auch in der Lebensmittelbranche an: Supermaerkte, ‘bakeries’ (nicht gleichzusetzen mit unseren Baeckereien, far away…), kleinere Lebensmittellaeden ueberbieten sich mit Oekofood, Glutenfreien Produkten etc. Das Ministerium fuer Toursimus wirbt denn auch mit dem offiziellen label “100% pure NZ” in Anspielung auf Qualitaet und Sauberkeit (uebrigens auch das Moto des naechsten Blockbusters, The Hobbit, in Anlehnung an den Erfolg von Lord of the Rings, finanziell von der Regierung unterstuetzt mit ca. 60Mio.,….). Wie so oft in solchen Faellen, ist nicht alles, wie es scheint; viele Landwirte benutzen Herbizide und Pestizide in Mengen, wie wir sie aus der Moselregion her kennen (per Helikopter); diese kommen ebenfalls in vielen Regionen zum Einsatz, um Strassen, Flussraender etc. von Unkraut und Ungeziefer frei zu spritzen mit (bisher) unabsehbaren Folgen fuer die Umwelt…..’Clean’ ist auch die soziale Selbstwahrnehmung der Kiwis, zumindest die offizielle, gegen Aussen gerichtete, was u.a. an den restriktiven Einwanderungsregeln spuerbar ist. Wir haben im i-sight (Touribuero) in Westport eine Schweizerin (aus dem Toggenburg) getroffen, die seit mehr zwei Jahren auf der Insel lebt und uns erzaehlt hat, dass sie sich fuer die Aufenthaltsbewilligung einer dreistuendigen, aerztlichen Untersuchung in Zuerich unterziehen musste. Sie darauf angesprochen, was sie davon hielt, antwortete sie jedoch ziemlich nonchalant: “Dafuer haben ‘wir’(?!) hier kein Auslaenderproblem.” Welche Auslaender sie wohl meinte? Etwa jene, die den Gesundheitstest nicht bestanden? Uns blieb auf jeden Fall angesichts der Integrationsgeschwindigkeit die Spucke weg. Irgendwie erinnerte uns ihre Bemerkung an eine Aussage einer jungen, mittlerweile populaeren CH-Politkerin in der late-night-show von Viktor Giacobbo, in der sie behauptete, Auslandschweizer wuerden weniger Strom verbrauchen als Auslaender in der Schweiz. Vielleicht wollte sie ja damit lediglich hervorheben, dass Schweizer umweltbewusste Buerger sind, die auch in fernen Gegenden weniger Ressourcen fuer die Integration von Auslaendern beanspruchen(??)…

Wir sind auf jeden Fall froh, dass sich jene ‘Inselmentalitaet’ bei den Kiwis (noch) nicht allzu sehr verbreitet hat. Bestes Beispiel dafuer sind unsere Gastgeber Seager und Sue: seit etwa zwei Wochen arbeiten wir auf ihrer Biofarm, gleichzeitig fuehren sie einen Oeko-Laden in Nelson, in dem wir ebenfalls aushelfen. In der ersten Woche haben wir etwa 2.5 Tonnen Aepfel gepflueckt, woraus in den naechsten Tagen feiner Saft werden soll. Diese Woche waren die Kartoffeln dran….Nach mehr als 6 Wochen campen war das eine interessante Abwechslung; morgen ist unser letzter Tag. Danach geht’s wieder Richtung Nordinsel. In etwa drei Wochen fliegen wir weiter nach Suedamerika…..

Liebe Gruesse aus der Kiwiinsel

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Hi guys…..

Wir sind bereits seit knapp drei Wochen in Neuseeland, Bilder und Bericht folgen noch, hier ein paar Bilder aus Sydney…..

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Eine scharfe Maennergeschichte

Manchmal lohnt es sich tatsaechlich, ueber seinen eigenen Schatten zu springen.

Es war der 29. Februar, ein gewoehnlich schwueler Abend in Bangkok, unser letzter in der Stadt mit den buntesten Tuktuks und Taxis. Ein Mittwoch. An diesem Wochentag finden vor dem MBK Center Thaiboxkaempfe statt. Diesmal waren auch wir unter den Zuschauern und haben uns zwei Kaempfe angesehen, u.a. einen Frauenkampf, der viel spektakulaerer verlief, als sein heterogeschlechtliches Pendant. Anschliessend machten wir uns auf den Weg zu einem Cafe, das in der Naehe unseres Hotels lag und das wir am Nachmittag als Dinnerlokal ausgewaehlt hatten. Wir bestellten einen Thaisalat und ein Nudelgericht. Als wir jedoch nach ueber einer Stunde unsere Gerichte immer noch nicht erhielten, waehrend andere Gaeste, die nach uns ihre Bestellungen aufgegeben hatten, bereits serviert wurden, gingen wir genervt zur Kasse, beschwerten uns ueber den schlechten Service, bezahlten unsere Getraenke und verliessen das Lokal. Enttaeuscht ueber das Erlebte und mit erhoehtem Adrenalinwert liefen wir zu unserer Standardalternative, dem Foodhall im Siam Paragon Center. Es war bereits kurz vor neun, das Center machte um zehn zu, ich ging daher ohne Umwege zu jenem Stand, an dem ich bereits zu Mittag gegessen hatte und bestellte das Gleiche, einen spicy Papayasalat mit Krabben. In der Regel wird man danach gefragt, wie spicy man sein Gericht wuenscht, wobei dies durch die Angabe der Anzahl Chilis bestimmt wird. Ich waehle stets zwei kleine Rote aus. Doch diesmal musste ich feststellen, dass in der Chilischale nur noch gruene vorhanden waren, die etwas weniger scharf sind. Ich fragte daher die Koechin, ob sie vielleicht an roten auf Lager haette. Sie leitete die Frage an ihren Kollegen weiter, warf aber gleichzeitig die gruenen, die sie bereits in der Hand hielt, in den Moerser, in dem alle Zutaten klein gehauen werden, um den Geschmack zu intensivieren. Von ihrem Kollegen erhielt sie dann tatsaechlich noch zwei rote Chilis, die ebenfalls ihren Weg in den Moerser fanden. Anschliessend mischte sie etwas Knoblauch hinzu, wobei ich auch diesmal eine etwas schaerfere Anrichtung wuenschte. Waehrend sie nun den beigemischten Knoblauch zurecht haute, stellte ich fest, dass sie zwei weitere rote Chilis hinzuwarf. Ich sah still zu, wusste aber, dass nun eine wahre Geschmacksexplosion auf mich wartete. Erwartungsgemaess war das Ganze eine Tortur, ich versuchte jedoch, den Salat aufzuessen, musste aber nach mehr als der Haelfte des Gerichts eingestehen, dass die Schaerfe des Salats die Grenzen des Ertragbaren fuer meine Geschmacksnerven deutlich ueberschritt. Nachdem ich mich etwas erholt hatte, erzaehlte ich Nebi die Chili-Geschichte, woraufhin sie mir eine simple, aber fuer mich und meine Artsgenossen halt unmoeglich zu beantwortende Frage stellte: wieso ich denn nichts gesagt haette, als ich sah, dass der Salat zu scharf angerichtet worden war. Statt einer nachtraeglichen Erklaerung goenne ich mir an dieser Stelle eine kurze Ausfuehrung ueber den angedeuteten Zusammenhang zwischen der Schaerfe eines Gerichts und der maennlichen Selbstwahrnehmung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich waehrend meiner Jugendzeit Schaerfe als eine besondere Geschmacksnote entdeckte. In der Schaerfe eines Gerichts drueckte sich gemaess der Wahrnehmung meiner Artsgenossen jedoch nicht nur der gute Geschmack aus, vielmehr besass die reduktionistische und uebertriebene Verwendung des Scharfen einen kompetitiven Charakter: je schaerfer, umso heldenhafter. Die Schaerfenskala – in manchen Restaurants wird sie ja tatsaechlich angewendet – zeigte mit anderen Worten die maennliche Potenz an. Eine Herausforderung sondergleichen fuer das (jung)maennliche Selbstwertgefuehl. Nun, kompetitive Herausforderungen besitzen fuer unser Geschlecht einen Nachhaltigkeitswert, der ueber die Pubertaetszeit hinaus wirksam bleibt. So etwa in Gesellschaftsspielen in reinen Maennergemeinschaften: Spielintelligenz hat hierin ueber den kompetitiven Wert hinaus einen Selbstverwirklichungscharakter, der sich auch mal als Besitzanspruech aeussert. Deutlich wird dies vor allem dann, wenn das andere Geschlecht mit im Spiel ist: in der Regel ist es schlichtweg nicht erwuenscht und wenn der Suendenfall doch eintritt, dann mutiert das Vorspiel zu einem Schaukampf der Worte, indem man sich mit tollen Spielerklaerungen und vermeintlich genialen Tipps in Sachen Spielstrategie zu ueberbieten versucht. Aber wehe es wagt einer der anderen anwesenden Helden, der eigenen Freundin oder Frau das Spiel zu erklaeren – und wehe sie hoert dann auch noch fremd. Nach so viel angekratztem (maennlichem) Ego ist Streit ein sicherer Wert fuer Wetteinsaetze. Dabei geht allzu schnell vergessen, dass es sich nur um ein Spiel handelt. Doch im Ernst des Spiels lauert fuer viele die Gefahr, als ein Looser wahrgenommen zu werden. Welch eine Tragoedie, wenn dann auch noch die bessere Haelfte anwesend ist! Im Unterschied zum Spiel aeussert sich der kompetitive Charakter des Schaerfekonsums nicht im selbstinszenierenden Geschrei, sondern in der Stille. Eine Stille, die bereits das Kommende ankuendet: schliesslich wissen doch alle, dass die eigentliche Mutprobe erst im Nachgang auf dem Klosette stattfindet. Eine verzoegerte Abrechnung. Doch so was laesst sich halt gut verdraengen, da in der Regel niemand die nachpubertaeren Grimmassen und Klaenge mitkriegt. Darueber hinaus eignet sich dieses Nachspektakel auch deswegen nicht als Inszenierung maennlicher Potenz, weil in diesem Akt jener Koerperteil die Rolle des Hauptakteurs einnimmt, der in der heterosexuellen Selbstwahrnehmung als Antiheld figuriert. Er ist jedoch der leidtragende der Selbstueberschaetzung seines Herren. Ein klarer Fall von Ausbeutung. Dazu faellt mir nur folgender Spruch ein: Aersche dieser Welt vereinigt euch, lasst euch nicht verscheissern!

Als ich sprachlos der Koechin im Foodhall zusah, wie sie meinen Salat scharf anrichtete, waehrend meine Jugendgeister in mir spukten, wuenschte ich mir, die nachtraegliche Abrechnung moege human ausfallen. Der Wunsch ging mitnichten in Erfuellung: am naechsten Morgen musste ich den Gang zur Auswertung gleich dreimal antreten….. 

Sydney, Tag nach Mardi Gras 2012

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Bericht zu Suedostasien mit Bildern aus Thailand & Vietnam

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Sa-wat-dee

Unser Aufenthalt in Suedostasien geht in ein paar Tagen zu Ende, diese Woche fliegen wir nach Sydney, von hier aus dann Anfang uebernaechste Woche nach Neuseeland; Zeit also fuer einen Zwischenbericht, einiges wird euch von den Bildern (siehe ‘Liebe Gruesse aus Thailand’) bereits bekannt sein. Wir sind von Ko Chang (siehe letzten Bericht) aus ueber Bangkok nach Nordthailand, genauer: nach Chiang Mai. Hier hat es uns so gut gefallen, dass wir insgesamt zwei Wochen geblieben sind, unterbrochen durch einen Wochenendausflug nach Chiang Rai. Die Stadt ist praedestiniert dafuer, um laenger zu verweilen, als man urspruenglich eingeplant hatte: von Trekking und sonstigen ‘Freizeit- und Naturaktivitaeten’ ueber Kochkursen, Massagen, Tempeln, Ausflugsmoeglichkeiten (am besten mit Scooter), um die naehere Umgebung zu erkundigen, kulinarischen Vergnuegungen und Maerkten bietet Chiang Mai alles an, was einem zum Verbleiben einlaedt. Am meisten haben es uns die tollen Cafes angetan; eine noch junge Erscheinung und ein Resultat der Bemuehungen der thail. Regierung, gegen den Opiumanbau vorzugehen (Kaffee-, Tee- und Obstplantagen werden als Alternativen gefoerdert). In Chiang Mai findet man gleich mehrere, hervorragende Lokalitaeten, die jedem europ. Land (ok, ausgenommen Italien) mehr als Konkurrenz machen koennen. Unsere besondere Empfehlung: ein Espresso Macchiato im ‘The Old Chiang Mai Cafe’, wenn man Glueck hat, kriegt man dazu noch einen feinen Gruentee in einer kleinen Tontasse serviert. Eine weitere besondere Attraktion ist der Wochenmarkt ‘Sunday Walking Street’ mit unendlich vielen Staenden und ebenso vielen Menschen – essen kann man hier fuer den Rest der Woche -, das Spektakel beginnt um 16h und dauert bis Mitternacht.

In der ersten Woche haben wir uns u.a. fuer ein zweistuendiges ‘White Water Rafting’ angemeldet (leider keine Fotos!), fuer uns beide eine Premiere. Wir waren zu viert plus Leiter in einem Gummiboot, zwischendurch wurden wir ganz schoen durchgeschuettelt, Nebi mussten wir gar dreimal aus dem Wasser fischen:)) Wir haben jedoch alle das Abenteuer ohne groessere Schaeden ueberstanden….In der gleichen Woche besuchten wir einen ganztaegigen Kochkurs, der ausserhalb der Stadt in einer Farm stattfand. Unsere Kursleiterin war eine ueberaus heitere, zwischendurch auch uebermaessig spassig aufgelegte junge Dame, die uns nicht nur ein paar tolle Rezepte aus der thail. Kueche verraten hat, sondern uns die ganze Zeit mit Spruechen (manchmal auch unter der Guertellinie) unterhielt. In diesem Kurs haben wir Marcos und Antonio aus Mallorca kennen gelernt, beide arbeiten auf der Insel als Saisoniers auf See. Antonio haben wir spaeter mehrmals in der Stadt angetroffen, dazu eine kleine Anekdote, die uns an einen Basler Freund erinnert:-) An einem Nachmittag begegneten wir Antonio zufaellig in der Altstadt und gingen gemeinsam einen Kaffee trinken (was denn sonst!); dabei erzaehlte er uns, dass er am Vormittag im gleichen Lokal einer Franzoesin begegnet sei, die ihn(!) dazu eingeladen habe, mit ihr zu lunchen und anschliessend gemeinsam die Tempel in der Altstadt zu besichtigen. Unser Spanier wollte sich jedoch nicht von seinem Alltagsrythmus verabschieden und schlug ihr vor, dass sie sich in ein bis zwei Stunden wiedertreffen wuerden (schliesslich war Mittag!). “When I went back to the restaurant, she was no more there….but I had my siesta!” Na ja, diese Ueberzeugung, sich richtig entschieden zu haben, hielt nicht lange an, zwei Tage spaeter begegneten wir ihm wieder und er erzaehlte uns, dass er den ganzen Tag zuvor nach ihr gesucht, dabei einige Bars (davon mangelts in Chiang Mai wahrlich nicht) in der Altstadt abgeklappert und ueberall ein Bierchen getrunken habe. “After more than six beers I was thinking it’s better not to meet her now….” Was ihm denn auch verschont geblieben sei. Das Ganze habe ihn aber so sehr angestrengt, dass er sich am naechsten Tag eine dreistuendige(!) Thai-Massage gegoennt habe……Uebrigens koennen wir letztere aus eigener Erfahrung (wenn auch nicht in dieser Laenge) allen waermstens empfehlen (nei jungs, nit was ihr daenket!!).

In der zweiten Woche nahmen wir an einer Trekking-Tour durch den Dschungel (oder was auch immer davon uebrig geblieben ist) teil. Dabei hatten wir einen Guide nur fuer uns, da weitere Teilnehmer abgesagt hatten. Die Wanderung dauerte insgesamt vier Stunden, ueber Mittag brachte uns unser Guide in ein Dorf der Karen, eine ethnische Minderheit in Thailand mit christlicher Konfession. Hier bereiteten sie unser, sowie ihr eigenes Mittagessen vor. Als wir fragten, was sie fuer sich zubereiteten, gab unser Guide als Antwort nur “cow’  und bot uns spaeter davon an, was wir beide annahmen. Es schmeckte uns nicht besonders, Nebi wollte jedoch wissen, welches Stueck der Kuh sie ausgewaehlt hatten….zu diesem Zeitpunkt sollte man eigentlich solche Fragen unterlassen! Nur so viel, dieser besondere ‘Leckerbissen’ (wobei wirklich bissfest ist dieses ‘Stueck’ nicht) findet in unserem Kulturkreis keine weitere Verwendung, nach der Lehre der chinesischen Medizin jedoch hat ‘er’ heilende und Lebensenergie spendende Wirkung, daher wird empfohlen, ‘ihn’ nach der Geburt des Kindes tiefgekuehlt aufzubewahren….Erraten?

Von Chiang Mai aus sind wir nach Hue (Vietnam), dies nach einer zweitaegigen Busfahrt mit Zwischenhalt in Savannakhet (Laos). In Hue haben wir die alte, leider stark beschaedigte Zitadelle (urspruenglich mit einer quadratitsch angelegten Aussenmauer mit einer Gesamtlaenge von 10km ausgestattet) besichtigt. Der Besuch lohnt sich trotzdem; wovon wir hingegen auf jeden Fall abraten koennen, sind DMZ (Demilitarised Zone) Gruppentouren. Wir waren rund zehn Stunden unterwegs, davon verbrachten wir mehr als sieben im Bus!! Von Hue aus sind wir nach Hoi An, die Altstadt ist seit 1999 auf der Unesco World Heritage Liste, seither boomt hier auch der Tourismus. Trotzdem besitzt die Stadt (ehemals ein wichtiger internationaler Handelshafen) sehr viel Charme, gerade auch wegen den renovierten chinesisch-japanischen Kaufmannshaeusern. Auch in Hoi An haben wir einen Kochkurs besucht, der uns vom Konzept und der Leitung her noch besser gefallen hat als jener in Chiang Mai. Der Kochkurs fand in einem Restaurant statt, das nach einem der beliebtesten Gemuesesorten der vietnamesischen Kueche benannt ist: Morning Glory (dt. Wasserspinat). Am Morgen fand ein gefuehrter, einstuendiger Besuch durch den Markt statt mit Erlaueterungen zu den Lebensmitteln und ihren Verwendungen in der viet. Kueche. Danach begann der eigentliche Kochkurs, geleitet von der Besitzerin des Restaurants. Wir haben in vier Stunden fuenf verschiedene Gericht zubereitet und natuerlich auch verkostet. Besondere Leckerbissen: frische, d.h. nicht frittierte Fruehlingsrollen (eingerollt in Reispapier), crispy pancakes, spicy Mangosalat, hmmm…..

Hoi An ist bekannt fuer ihre Schneiderei, angekurbelt durch den Tourismusboom gibt es mittlerweile zwischen 400 und 500 solcher Geschaefte! Zurueckhaltung zaehlt leider nicht zu den Tugenden vietnamesischer VerkaueferInnen, so dass man sprichwoertlich die Qual der Wahl hat. Manch intelligentere Geschaeftsfrau weiss jedoch diese Ueberpraesenz der Schneidereien als Ressource zu nutzen und um die Gunst der Touris mit eigenem Design in schoen eingerichteten Boutiquen zu werben. In einer solchen Boutique waren auch wir und zwar bereits in der ersten Stunde unserer Stadtbesichtigung, der Laden hatte halt eine zu grosse Sogwirkung auf meine bessere Haelfte, die, kaum im Laden, sofort bereit war, alle ihre Vorsaetze den Konsum betreffend ueber Bord zu werfen……nun, diese Geschichte habe ich mir frei, d.h. zensurfrei gekauft, das will was heissen, bei einer solch harten Verhandlungspartnerin. Da soll doch noch einer behaupten, Geisteswissenschaften seien brotlose Kunst!! Aber wirklich Nein-Sagen haette ich ja auch nicht koennen, schliesslich sah sie so gluecklich aus (siehe Bild unten)…..und so haben wir alle was davon:))

Nach Hoi An verbrachten wir ein paar Tage auf der Insel Cat Ba. Sie befindet sich in der Region um den Halong Bay. Wir waren in einer Ecolodge untergebracht, abseits des Touritroubles, im Gruenen und sehr ruhig, sowie mit einem sehr netten Personal. U.a. unternahmen wir eine Bootstour durch die beruehmten Kalkfelsen, allerdings haben wir auf Anraten aus verschiedener Seite nicht die Halong Bay, sondern die suedlich davon gelegene Lan Ha Bay besichtigt, wo tatsaechlich viel weniger los war und wir die Buchten fuer uns alleine (auf Kayak) entdecken konnten. Mittlerweile sind wir in Hanoi und werden morgen nach Bangkok zurueckfliegen.

Wir wuneschen allen eine schoene Fasnacht!

p.s. ich liess es mir doch nicht nehmen, in Hoi An mir einen Blaser zu schneidern………

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Liebe Gruesse aus Thailand

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weitere Bilder aus Indien…

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bye bye India….

….seit mehr als einer Woche sind wir in Thailand. Wir haben unsere Indienreise abrupt abgebrochen, nachdem uns beiden die Lust nach vier Wochen voellig vergangen war; statt nach Darjeeling haben wir unterwegs entschieden, nach Kalkutta weiter zu reisen und sind zwei Tage danach nach Bangkok geflogen. Leider nehmen wir nur wenige schoene Erinnerungen aus Indien mit…..

Thailand gefaellt uns zwar wesentlich besser, hatten jedoch bisher noch nicht viel Gelegenheit, das Land zu erkundigen. Der Grund hierfuer war, wie es sich im nachhinein herausgestellt hat, eine Lebensmittelvergiftung, die Nebi seit Bangkok mit heftigen Kraempfen und unangenehmen Koerperausfluessen plagte. Wir sind am dritten Tag in Koh Chang, eine Insel nahe der Grenze zu Cambodia, notfallmaessig zu einer Privatklinik, wo man ihr Antibiotika verabreichte; seither geht es ihr wesentlich besser. Die Fahrt, gegen Mitternacht,  zur Klinik war allerdings filmreif: zunaechst mussten wir dem Ambulanzfahrer mehrfach am Telefon erklaeren, wo unser Resort lag, nachdem er sich verfahren hatte. Unterwegs zur Klinik wurde es mir – ich fuhr mit dem Ruecken zur Fahrtrichtung – dank den kurvigen Strassen uebel, innerhalb von wenigen Minuten wurde ich kreidebleich und schwitzte aus allen Poren. Die Schwester versetzte mich danach nach vorne zum Fahrer, wenige Minuten spaeter konnten wir nicht mehr weiterfahren, da die Strassen wegen Regen zu glitschig waren und unser Auto die steilen Huegel nicht hinauf mochte. Anschliessend wurden wir Zeugen einer uns bis dahin unbekannten ‘Fahrtechnik’: vier bis fuenf ziemlich angetrunkene Russen stiegen auf Anfrage der Schwester hinten ein und sprangen wie auf einem Trampolin rauf und runter, waehrend unser Fahrer vollgas den Huegel rauffuhr, beim zweiten Versuch klappte es dann tatsaechlich. Die gleiche Uebung durften die Schwester mit ihren hohen Absaetzen und ich beim naechsten Huegel wiederholen:)) Die Klinik war allerdings einwandfrei.

Wir sind mittlerweile wieder in Bangkok, von Koh Chang haben wir leider nur wenig gesehen, hatten auch ein wenig Pech mit dem Wetter, da es immer wieder regnete, eigentlich ungewoehnlich fuer diese Jahreszeit. Morgen fahren wir mit dem Bus in den Norden nach Chiang Mai.

Bis dann und liebe Gruesse aus Bangkok.

p.s. weitere Bilder zu Indien werden demnaechst auf einer neuen slideshow zu sehen sein…..

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